Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verfolgt mit der Ausschreibung der Juniorprofessur mit Tenure Track das Ziel, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern mit einer exzellenten Perspektive bereits zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere Eigenständigkeit zu ermöglichen und ihnen langfristige Karriereperspektiven zu bieten. Die Juniorprofessur mit Tenure Track richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der frühen Karrierephase.
In der Naturwissenschaftlichen Fakultät III, Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften (IAEW) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist zum 1. April 2027 folgende Stelle zu besetzen: Juniorprofessur (W1) mit Tenure Track nach W2 „Management biobasierter Wertschöpfungsketten“
Gesucht wird eine Persönlichkeit mit vertieften Kenntnissen und hervorragender Promotion in der Agrarökonomie oder angrenzenden Fachdisziplinen, die sich in Forschung und Lehre mit dem nachfrageorientierten Management biobasierter Wertschöpfungsketten befasst und das Fachgebiet nach Einlösung des Tenure Tracks in Forschung und Lehre in seiner ganzen Breite vertritt.
Biobasierte Wertschöpfungsketten sind Grundlage einer modernen nachhaltigen Agrarwirtschaft. Durch ein geeignetes Management biobasierter Wertschöpfungsketten sollen negative gesellschaftliche Externalitäten vermindert und eine positive Entwicklung von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft gefördert werden. Gleichzeitig unterliegen sie einem dynamischen Wandel. Einerseits kommt es zu technologischen Innovationen, z. B. bei der Substitution fossiler Rohstoffe in der Bioökonomie, der Kaskadennutzung pflanzlicher und tierischer Produkte sowie dem effizienten Ressourceneinsatz durch die Kreislaufwirtschaft. Andererseits entsteht Wandel durch organisatorische Innovationen innerhalb der Wertschöpfungsketten, z. B. durch digitalisierte und automatisierte Unternehmensprozesse sowie digitale und plattformbasierte Transaktionen zwischen den Akteuren.
Im Mittelpunkt der Professur steht die wertschöpfungskettenübergreifende Untersuchung der Folgen von Innovationen für Unternehmen, Endverbraucherinnen und -verbrauchern sowie das Agrar-Umweltsystem – stets aus einer betriebswirtschaftlichen Steuerungs- und Gestaltungslogik. Relevante Untersuchungskontexte sind beispielsweise:
Dabei können sowohl quantitative als auch qualitative Methoden der Unternehmensanalyse und -planung sowie agrarökonomische Modellierung, Life-Cycle-Assessment und Nachhaltigkeitsmetriken zur Abschätzung von Umweltwirkungen zur Anwendung gebracht werden.
Die Forschungsausrichtung der Professur bietet vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Professuren des IAEW und der Fakultät, beispielsweise zur gemeinsamen Forschung an neuen Konzepten der gekoppelten Pflanzen- und Tierproduktion, um fossile Rohstoffe und Energieträger zu ersetzen oder um Umweltwirkungen abzuschätzen. Sie bietet darüber hinaus Anknüpfungspunkte zu bestehenden und zukünftigen interdisziplinären Verbundvorhaben, bei denen es um Innovationen und die Gestaltung von sozio-ökonomischen Agrarsystemen geht.
Erwünscht werden:
Erfahrungen im eigenständigen wissenschaftlichen Publizieren sind durch international einschlägige Publikationen nachzuweisen. Erfahrungen bei der Einwerbung von Drittmitteln sind von Vorteil.
Der Schwerpunkt der durch die Professur angebotenen Lehre soll im Bereich des Managements in den Bachelor- und Masterstudiengängen des IAEW liegen, z. B. zum Management von Wertschöpfungsketten, zum Marketing und zur Corporate Social Responsibility. Erfahrungen in der Lehre und der Betreuung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten werden erwartet. Die Bereitschaft und Befähigung zur Lehre auf Deutsch und Englisch wird vorausgesetzt. Engagierte und innovative Lehre ist ein großes Anliegen der Fakultät. Von den sich bewerbenden Personen wird erwartet, dass sie sich mit innovativen Ideen für eine attraktive Lehre einsetzen. Erfahrungen in der Weiterentwicklung und Konzipierung von Studiengängen sind erwünscht.
Personen, die sich bewerben, müssen die Berufungsvoraussetzungen gemäß § 40 des Hochschulgesetzes Sachsen-Anhalt erfüllen. Einstellungsvoraussetzungen sind insbesondere:
Die Zeit zwischen der letzten Prüfungsleistung der Promotion und der Bewerbung auf die Juniorprofessur sollte zudem in der Regel nicht mehr als sechs Jahre betragen. Familienbedingte Auszeiten und Arbeitszeitreduktionen werden bei der Bemessung des akademischen Alters angemessen berücksichtigt.
Juniorprofessuren werden im Rahmen eines Beamtenverhältnisses auf Zeit zunächst für die Dauer von drei Jahren besetzt. Nach positiver Zwischenevaluation erfolgt eine Verlängerung um weitere drei Jahre. Bei positiver Tenure-Evaluation erfolgt ohne erneute Ausschreibung eine Überführung in eine unbefristete W2-Professur und – sofern die allgemeinen dienstrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind – die Ernennung unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit, alternativ die Übernahme in ein unbefristetes privatrechtliches Dienstverhältnis.
Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen am wissenschaftlichen Personal an und fordert qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg versteht sich als familienfreundliche Hochschule und unterstützt aktiv bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt.
Die Ausschreibung erfolgt unter Vorbehalt eventueller haushaltsrechtlicher Restriktionen.
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